Holzvergasung Bad Wildungen Deutschland

Die Holzvergasungsanlage des HGKW Bad Wildungen ist ein Kraftwerk zur Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme nach dem EEG. Die Anlage wird ausschließlich mit Frischholz betrieben.

Die wesentlichen Schritte zur Energiegewinnung sind:

  • Trocknung von feuchten Holzhackschnitzeln auf dem Weg vom Lager zum Reaktor
  • Herstellung eines Brenngases (Holzgas) aus Holzhackschnitzeln
  • Energetische Nutzung des Holzgases in einem Gasmotor mit Generator ohne weitere Zündöle oder Energieträger
  • Nutzung der elektrischen Energie für Einspeisung von elektrischer Energie ins öffentliche Stromnetz gem. EEG
  • Nutzung der Wärme aus dem BHKW und der Gesamtanlage zur Wärmeversorgung eines angrenzenden Industriebetriebes und zur Trocknung der Holzhackschnitzel.

Vorwärmung der Vergasungsluft und Steigerung des Kaltgaswirkungsgrades

  • Rückstandsfreier Betrieb der Anlage ohne Reststoffe und Abfälle. 100 % Verwertung aller Stoffe. Die Stoffe, die die Anlage verlassen, wie Holzkohle und Holzfeinanteile, werden in einem gesonderten Verfahren zu Energiebriketts verarbeitet und weitergehend energetisch genutzt.

Um den Bedarf an elektrischer Energie zu decken, wurde die Anlage so konzipiert, dass sie pro Gaslinie über 200 kW elektrische Leistung und 360 kW thermische Leistung erzeugt. Der Wirkungsgrad der Anlage beträgt 78 %.

Die Holzvergasungsanlage Bad Wildungen erzeugt in zwei Gaslinien Strom und Fernwärme aus Holzhackschnitzeln, die in einem Reaktor vergast werden bei Temperaturen über 1000 °C. Der Vergasungsprozess ist chemisch gesehen ein Verbrennungsprozess bei sehr hohen Temperaturen.

Das dabei entstehende Holzgas wird in einer Gaslinie gereinigt, die aus Fein- und Grobwäscher und Elektrofilter besteht. Das Reinigungsmedium, das die Schadstoffe absorbiert, ist motortaugliches kaltgepresstes Rapsöl. Dieses rezirkuliert im Prozess. Vor dem Vergasungsprozess werden die Holzhackschnitzel in einem Trockner auf eine Feuchte von 10 – 15 % getrocknet, von dort gelangen die Hackschnitzel in den Reaktor. Die Anlieferung der Holzhackschnitzel erfolgt mittels LKW, dass Holz stammt aus der Region um Bad Wildungen. Sämtliche Prozesse sind auf die dezentrale Energieerzeugung ausgerichtet. Kurze Entfernungen und geringe Transportwege beeinflußen die CO² Bilanz positiv. Die Firma die diese Holzvergasungsanlage betreibt besitzt weiterhin einen Energiewald der mit Weiden bepflanzt ist. Alle drei Jahre kann durch einen Häcksler dieser Energiewald geerntet werden um das erzeugte Hackgut in der Anlage energetisch verwertet werden. Um die Anlage komplett mit Holz von schnellwachsenden Bäumen zu versorgen würde eine Gesamtanbaufläche von ca. 22 ha benötigt. Ein weiterer Vorteil von Energiewäldern ist, dass Schwermetalle die sich im Boden aufgrund von Düngemitteln anreichern, von den Bäumen aufgenommen werden und dann letztendlich in der Holzvergasungsanlage in der Asche landen und vorschriftsmäßig entsorgt werden, also nicht mehr in den Stoffkreislauf gelangen.

Das im Prozess entstehende Holzgas wird nach der Gasreinigungslinie zum Blockheizkraftwerk geleitet wo es einen Gasmotor antreibt. Die kinetische Energie des Gasmotors wird im Generator in elektrische Energie umgewandelt. Die Fernwärme geht über eine Fernwärmeleitung zur benachbarten Firma Illbruck. Die elektrische Energie wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Beim Holzvergasungsprozess entstehen keine Abfallprodukte, da der einzige entstehende Stoff Asche zuzüglich der ausgefilterten Holzfeinanteile ist. In einem gesondert entwickelten Verfahren werden diese Stoffe zu speziellen Energieholzbriketts verarbeitet und können zur weiteren Nutzung energetisch verwertet werden.